Der gute Mensch von Kayanga

Oder: Wie ein 76-jähriger Oberösterreicher seine Rösser verkaufte, um in Afrika einen Brunnen zu bauen.

Was sich seit damals alles getan hat und was Johann Eiber derzeit alles vor hat:

Wenn er über die staubigen Dorfstraßen marschiert, rufen ihm die Kinder „Babu“ hinterher. Das ist Suaheli und bedeutet „Großvater“. Mit seinen 76 Jahren hat Johann Eiber für afrikanische Verhältnisse in der Tat ein nahezu biblisches Alter erreicht. Aber vom Ruhestand ist er weiter entfernt denn je. Als ihn sein österreichischer Arbeitgeber in die Pension entließ, startete der Marchtrenker nämlich eine zweite Karriere als Entwicklungshelfer in Tansania.

Begonnen hat alles mit einem kleinen Brunnenprojekt. Johann Eiber hatte sich gerade gemütlich in seinem Pensionistendasein eingerichtet. Er züchtete Pferde und werkte im Haus. Da erzählte ihm Pfarrer Hans Humer, der seit über zehn Jahren im Nordwesten Tansanias arbeitet, von der mangelnden Wasserversorgung in seiner Diözese. Johann Eiber war schon immer gut im Wünschelruten-Gehen. „Vielleicht klappt das dort auch“, meinte er. Um die Reise, das benötigte Material und den Transport finanzieren zu können, verkaufte er kurz entschlossen seine Rösser. Das war vor vier Jahren. Seither hat er zusammen mit lokalen Helfern zwölf Brunnen und zwei große Wassertanks gebaut. Nebenbei errichtete er einen Schulzubau für 55 Kinder. Wenn es im Sommer in Kayanga zu heiß wird, um zu bauen, fliegt er heim nach Österreich, um Hilfsgüter und Spenden zu sammeln.

Das neue Projekt von Johann Eiber

„Babus“ jüngstes Projekt ist sein bisher größtes: Gemeinsam mit dem dort tätigen Pfarrer Humer und einem katholischen Teresian-Schwesternorden will er ein Heim für rund 100 behinderte Kinder und Aidswaisen im Bezirk Karagwe errichten. „Für behinderte Kinder und Waisen gibt es kaum Einrichtungen“, erzählt Pfarrer Humer. „Aids ist ein großes Problem: Oft sterben die Eltern früh – die Kinder kommen dann zu den Familien der Geschwister – oder weiter weg, wenn keine Angehörigen mehr da sind.“

„Babu“ Eiber selbst ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen: Er spendet nicht nur seine Arbeitskraft, sondern auch einen Gutteil seiner Pension für die Kinder von Karagwe. Im Juli 2011 konnten bereits zwei weitere 20-Fuß-Seecontainer nach Chabalisa gebracht werden.


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